Kokosnuss öffnen: so knacken Sie die harte Frucht

Hier finden Sie mehrere Methoden, wie Sie die harte Schale der Kokosnuss knacken können, um an das leckere Fruchtfleisch und Kokoswasser zu gelangen.
Kokosnuss öffnen

Damit wir die gesunde Kokosnuss im Supermarkt erstehen können, muss sie natürlich erst geerntet werden. Das ist aber gar nicht so einfach, denn die Kokospalmen werden bis zu 30 Meter hoch und die begehrten Kokosnüsse wachsen ganz oben im Wipfel zwischen den Palmblättern. Daher wird das Ernten mit zunehmendem Alter der Palme immer schwieriger.

Von niedrigen, jungen Palmen können die Nüsse vom Boden aus mit an meterlange Stöcke gebundenen Messern geerntet werden. Ist die Kokospalme dafür zu hoch, müssen entweder die Menschen selber in den Baumwipfel klettern oder sie haben dressierte Äffchen, die für sie die schwierige Arbeit erledigen. Die Äffchen müssen eine enge Beziehung zu ihrem Herrchen haben, damit sie auf Zurufe von unten genau wissen, wohin sie springen müssen, ohne sich in den Palmblättern zu verfangen. Haben sie die gewünschte Kokosnuss erreicht, wird sie solange um die eigene Achse gedreht, bis sie herabfällt.

Übrigens gibt es die Kokosnüsse nicht nur in Deutschland ganzjährig im Supermarkt zu kaufen. Auch in den Ursprungsländern gehen frische Kokosnüsse nie aus. Das liegt daran, dass, im Gegensatz zum heimischen Obstbaum, die Kokospalme nicht nur einmal im Jahr Früchte trägt, sondern immer Früchte in verschiedenen Reifestadien zwischen den Blättern hängen.

Mittlerweile ist es zwar auch in Europa und somit auch in Deutschland angekommen, wie gesund die Kokosnuss ist (siehe: so gesund ist die Kokosnuss), dennoch zögern viele Menschen vor dem Kauf einer frischen Kokosnuss. Denn schließlich bereitet das Öffnen doch einige Schwierigkeiten:

  • In einen herkömmlichen Nussknacker, wie er für Walnüsse oder Haselnüsse verwendet wird, lässt sich die übergroße Kokosnuss leider nicht einspannen.
  • Beim Versuch, die harte Schale mit dem Küchenmesser zu knacken, bricht aller Wahrscheinlichkeit nach eher die Klinge ab, als dass die Schale einen Sprung bekommt.
  • Und mit einem Stein auf die Schale zu schlagen, so wie das die Eingeborenen in den Fernsehfilmen vormachen, ist wohl auch nicht gerade die beste Lösung. Zumal in den wenigsten deutschen Küchen Steine in entsprechender Größe herumliegen.

Frische Kokosnuss kaufen

Wer eine Kokosnuss erwirbt, möchte natürlich nicht mit einer alten oder gar verdorbenen Nuss abgespeist werden. Weil die Nuss nicht wie der Apfel dunkle Stellen bekommt oder wie die Pflaume matschig wird, ist ihr Reifegrad für den Laien schwer zu erkennen. Da aber bekannt ist, dass das Wasser der reifen Kokosnuss im Laufe der Zeit immer weniger wird und die Nuss beginnt, von innen her auszutrocknen, gibt es einen einfachen Test:

  1. Um festzustellen, ob die Tropennuss frisch ist, wird sie kräftig geschüttelt.
  2. Das geschieht am besten auf Ohrenhöhe.
  3. Wenn im Inneren der Kokosnuss ein Plätschern oder Blubbern zu hören ist, weiß der Käufer, dass ausreichend Kokoswasser vorhanden ist. Die Frucht ist also frisch.
  4. Lässt sich kein glucksendes Geräusch vernehmen, ist die Kokosnuss bereits überreif und verdorben. Sie sollte nicht mehr verzehrt werden, die Frucht schmeckt seifig.

Geöffnete Kokosnuss

Kokosnuss öffnen leicht gemacht

Bevor Sie sich ans Öffnen der Kokosnuss machen, sollten Sie sich diese Werkzeuge zurechtlegen: Hammer, Schraubenzieher, Küchenmesser, Schälchen oder einen Becher. Dann gehen Sie folgendermaßen zu Werke:

  1. Legen Sie die Kokosnuss auf den Tisch vor sich hin und drehen Sie sie dabei so, dass die drei Grübchen (= Augen) nach oben zeigen.
  2. Nun kommt der Schraubenzieher zum Einsatz. Setzen Sie ihn an einem Grübchen an und drücken und bohren Sie damit so lange, bis Sie das Auge durchgestoßen haben.
  3. Sobald Sie beim ersten Grübchen durch sind, kommt das zweite an die Reihe, das Sie ebenfalls solange bearbeiten müssen, bis ein Loch entstanden ist.
  4. Halten Sie jetzt die Kokosnuss so über Ihr Gefäß, dass aus einem der beiden geöffneten Augen das Kokoswasser ins Schälchen beziehungsweise in den Becher fließen kann.
  5. Dabei drehen Sie die Nuss so, dass das andere geöffnete Auge möglichst nach oben zeigt, denn es dient als Luftloch.
  6. Wenn Sie alles richtig gemacht haben, fließt das Kokoswasser nun in Ihr Schälchen und Sie können es anschließend trinken.
  7. Sobald die Nuss leer ist, legen Sie sie wieder auf den Tisch oder auf eine andere feste Unterlage. Die Seite mit den Löchern liegt nun nicht mehr oben, sondern ist seitwärts gedreht.
  8. Nun schlagen Sie einmal fest mit dem Hammer auf den Bauch der Kokosnuss.
  9. Dann drehen Sie die Nuss ein Stückchen weiter um ihre eigene Achse und platzieren den zweiten Hammerschlag auf dem Kokosnussbauch.
  10. Fahren Sie in dieser Weise fort, bis Sie mit ungefähr sechs Hammerschlägen einmal rund um die Gürtellinie der Kokosnuss gelangt sind.
  11. Nach circa zwei oder auch drei Umdrehungen (das wären dann also insgesamt 12 oder 18 Hammerschläge) springt die Kokosnuss auf und lässt sich mit der Hand auseinanderbrechen.
  12. Nun nehmen Sie das Küchenmesser zur Hand und schneiden das schmackhafte, weiße Kokosfleisch heraus.

Kokosnuss knacken ohne Hammer

Wer keinen Hammer zur Hand hat, kann die Nuss auch mit ihrer Bauchseite gegen einen festen Gegenstand schlagen. Am besten eignet sich dazu ein Steinfußboden. Die Arbeitsfläche in der Küche oder der Küchentisch sind wahrscheinlich nicht so hart wie die Schale der Kokosnuss und könnten kaputtgehen. Zu beachten ist bei dieser Methode, dass das Kokoswasser auf jeden Fall - wie oben beschrieben - zuerst abgegossen wird. Geschieht das nicht, spritzt es über den Küchenfußboden!

Eine weitere Möglichkeit die begehrte Frucht zu öffnen geschieht mithilfe des Backofens. Wird die Kokosnuss für 20 Minuten bei 200 Grad in den Backofen gelegt, springt die Schale von alleine und kann anschließend mit der Hand aufgebrochen werden.

Weitere Tipps zum Kokosnuss öffnen

  • Wenn das Kokoswasser zu langsam aus der Kokosnuss fließt, kann durch das Luftloch hinein geblasen werden. Dann strömt das Wasser in einem festen Strahl heraus.
  • Statt des Schraubenziehers eignet sich auch ein Korkenzieher, um die Löcher durchzustechen.
  • Das Kokoswasser muss nicht unbedingt in einem Glas aufgefangen werden. Es kann auch prima mit einem Strohhalm sofort aus der noch geschlossenen Frucht getrunken werden.
  • Wenn das Fleisch aus der Kokosnuss herausgeschnitten wurde, kann die feine, braune Haut mithilfe eines Kartoffel- oder Spargelschälers entfernt werden.